Viagra, kann es auch mir helfen?

In diesen paar Zeilen möchten wir Ihnen ein Einblick in die Welt der Potenzmittel geben, damit Sie künftig wissen, worauf es ankommt. Zunächst einmal wollen wir drei Mythen auflösen: 1. Viagra macht geil: falsch. Viagra ist kein Stimulationsmittel, sondern eine Erektionshilfe. Wie das funktioniert, dazu gleich mehr. 2. Eine Überdosis Viagra führt zur Penisamputation: Diese These ist überwiegend falsch. Es kam bereits vor und es wird auch vor einer Gewebszerstörung bei akuten Überdosierungen in Verbindung mit allergischen Reaktionen gewarnt. Aber dann müsste man auch behaupten dürfen, Bier würde zur willenlosen Bestie machen, die außer Rand und Band alles zusammenprügelt, was ihr in den Weg kommt, denn davon gab es auch schon einige Berichte. 3. [Viagra helfen]

Viagra kann einen Herzinfarkt auslösen: Auch das kann man nicht so verallgemeinernd im Raum stehen lassen, denn Viagra hat keinen Einfluss auf den Herzmuskel, wohl aber auf die sportlichen Möglichkeiten betagterer Herren. Ein maßvoller Umgang und Offenheit bei der Rezeptbesprechung sollte auch diese Gefahren beseitigen. Reguläre Nebenwirkungen der babyblauen Wunderpille nehmen wir abschließend detaillierter unter die Lupe.

Wie wirkt Viagra?

Der Wirkstoff Viagras ist Sildenafil. Dabei handelt es sich um einen PDE-5-Hemmer, der den Abbau der Erektion verzögert. Ja, richtig! Viagra fördert keine Erektion, sondern hilft dabei, sie zu halten, deswegen wird dieses Potenzmittel als Erektionshilfe bezeichnet. Für alle, die es interessiert, stellen wir in diesem Abschnitt die biochemischen Prozesse dar, die eine Erektion oder besser gesagt die Wirkung des in Viagra enthaltenen Sildenafils beschreibt. Bis wir dorthin gelangen, müssten wir zunächst in Erfahrung bringen, welche Prozesse an der Bildung der Erektion beteiligt sind. Zunächst einmal wird durch die mentale Stimulation (vom Gehirn aus gesteuert) im Corpus cavernosum Stickstoffmonoxid freigesetzt. Der Schwellkörper Corpus cavernosum beginnt an den Penisschenkeln und verjüngt sich zur Eichel hin.

Das freigesetzte Stockstoffmonooxid aktiviert wiederum ein Enzym namens Guanylatzyklase, das den Botenstoff cGMP (zyklisches Guanosinmonophosphat auslöst. Dieses sorgt noch immer im Corpus cavernosum für eine Entspannung, wodurch in die eigentlichen Schwellkörper ungehindert Blut einfließen kann und die Erektion wächst an. Als Gegengewicht hat die Natur eine Phosphodiesterase ins Spiel gebracht, die die freigesetzte Menge des cGMP wieder abbaut. Der Penis schwillt bei nachlassender Erregung automatisch ab. Während einer gesunden Erektion wird genauso viel cGMP produziert, wie von den PDEs aufgelöst wird und das Glied bleibt einsatzbereit.

Durch Stoffwechselstörungen oder Alterserscheinungen (die durchaus schon ab 20 Jahren einsetzten können) sinkt die Geschwindigkeit der cGMP-Produktion, die abbauenden Phosphodiesterasen nehmen überhand und das Glied erschlafft frühzeitig bzw. entwickelt sich überhaupt nicht zur vollen Pracht. Viagra bzw. Sildenafil hemmt diese PDEs, wodurch die Erektion leichter gebildet, bzw. gehalten werden kann. Wie eingangs erwähnt, wird Sildenafil als PDE-5-Hemmer bezeichnet. Der Begriff PDE-Hemmer sollte nun klar sein, die Nr. 5 steht für die Lokation dieser Wirkung, in den Schwellkörpern des Penis.

Viagra Nebenwirkungen

Die Neben- und Wechselwirkungen sind größtenteils durch die biochemischen Wirk-Mechanismen Viagras bedingt. Ohne Freisetzung von Stickstoffmonoxid (chem.: NO) gibt es keine Erektion. Daher ist die parallele Einnahme von nitrathaltigen Medikamenten abzuraten. Ferner sollte Viagra nicht oder nur nach ärztlichem Dafürhalten genommen werden, wenn Herz-Kreislauf-, oder Blutdruckbeschwerden bekannt sind. Bis sich der Körper an das Sildenafil gewöhnt hat, treten unter Umständen Begleiterscheinungen wie Gesichtsrötung, gereizte Haut, leichte Seh- oder Hörstörungen auf. Vereinzelt wurde auch über Verdauungsprobleme oder Hitzewellen berichtet. Diese Nebenwirkungen sind zwar unangenehm, aber nicht gesundheitsbedrohend und sollten ein paar Tage nach der ersten Einnahme verschwunden sein.

AUTOR: Profit-gesundheitsservice