Pille für den Mann

Eine große klinische Studie der WHO (World Health Organization), die sich weltweit über zehn Zentren erstreckte, testete zuletzt erfolgreich ein Verhütungsmittel für den Mann. Dennoch wurde die Studie abgebrochen, obwohl die Wirkung der Testosteron-/Gestagen-Kombinationspräparat derart zielführend war, dass die Spermienanzahl der Probanden unter den kritischen Bereich sinken konnte. Grund für den Abbruch waren jedoch die Nebenwirkungen der Pille für den Mann, welche hauptsächlich in psychischer Gestalt auftraten – doch diese sind bei der Antibabypille für die Frau lange schon bekannt. Unklar bleibt bei Durchsicht der Forschungsergebnisse, ob es sich um tatsächliche Depressionen bei den Probanden handelte, oder aber einzig Stimmungsschwankungen waren.

Vermehrt  behaupten daher Kritikerstimmen, dass der Abbruch der WHO-Studie gerade aufgrund der positiven Ergebnisse im Hinblick auf die Verhütungswirkung stattgefunden hat. Denn sowohl Gynäkologen und Urologen, als auch die Pharmaindustrie könnten die Einführung einer Pille für den Mann fürchten. Für Gynäkologen könnte jene Einführung schlicht Konkurrenz bedeuten; Urologen wiederum könnte die lukrative Einnahmequelle der Vasektomie zu Teilen wegfallen und für die Pharmaindustrie ist die Antibabypille bereits erfolgreich auf dem Markt platziert – nur eben für die Frau. Seit Abbruch der Studie jedenfalls ist die Zukunft der Pille für den Mann mehr als ungewiss.

Wirkungsweise der Pille für den Mann

Bislang zielten Versuche einer Pille für den Mann darauf ab, die Spermienproduktion oder aber die Spermienreifung zu unterbinden. Andere Versuche wiederum versuchten die Spermien in ihrer Beweglichkeit einzuschränken.

Pille für den Mann

Das Testosteron-/Gestagen-Kombinationspräparat wurde den Probanden der WHO-Studie als Implantant eingesetzt sowie ergänzend als “Dreimonatsspritze” verabreicht. Das Implantat selbst war jährlich zu wechseln. Studien in dieser Richtung werden mitunter auch eingestellt, da die Anwendung nicht vermarktungsfähig sei. Eine Spritze sowie ein Implantat für den Mann stößt mitunter bei der männlichen Zielgruppe nicht auf Wohlwollen bzw. Gesellschaftsfähigkeit. Die Verhütung auf Grundlage einer “Pille” für den Mann zu erreichen, ist bisher noch nicht möglich.

Aktueller Stand der Pille für den Mann

Der Abbruch der WHO-Studie war ein Rücksetzer für die Forschung nach einer Pille für den Mann. Dennoch stellt sich auch im Hinblick auf die momentan möglichen Mittel bei Marktreife die Frage, ob die Produkte tatsächlich vermarktungsfähig sind. Pharmakonzerne würden sich mit einem Verhütungsmittel für den Mann selbst Konkurrenz in Bezug auf die Antibabypille für die Frau machen.

Pille für Mann

Denkbar erscheint jedoch, die Pille für den Mann (bzw. die Dreimonatsspritze sowie das Implantat) als Alternative zur Vasektomie anzusehen. Hier könnte durchaus ein Markt vorhanden sein, wenngleich derartige Produkte wiederum anderen Berufszweigen Konkurrenz machen würden. Fest steht jedoch zuletzt, dass auch wenn die Forschung nach einer Pille für den Mann zuletzt einen Rücksetzter erlitten hat, das Streben nach einem derartigen Produkt auch in den kommenden Jahrzehnten mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt ein wird. Aktuell ist jedoch kein Abschluss der Forschung und schon gar keine Marktreife für die Pille für den Mann absehbar.

AUTOR: Profit-gesundheitsservice